Turnfestbericht vom ETF in Biel des Oberturners
Donnerstag, 20.06.2013
Eigentlich sollte ja unser Sektionswettkampf vom Eidgenössischen Turnfest bereits am Donnerstagabend über die Bühne. Nämlich so, dass wir anschliessend den Ausflug und das Fest so richtig hätten geniessen können. Jedoch kam Alles ein wenig anders.
Die Anreise auf Biel klappte dieses Jahr bestens und der Oberturner konnte die Gruppe unter der Leitung von Michèle Corti am Bahnhof in Empfang nehmen. In der Nähe des Festgeländes konnten wir in einer Garage das nicht benötigte Material lagern. Danach gings weiter auf den Wettkampfplatz nach Ipsach, wo die Wettkämpfe in vollem Gang waren. Auch für uns hiess es bald darauf einlaufen und bereit machen für den ersten Wettkampfteil. Kurzfristig wurde entschieden, dass wir aufs Hochsprung (auf einem Asphaltplatz) verzichten und stattdessen mit 8 Leuten zum Kugelstossen antreten.
Um pünktlich 18:08 Uhr (die Kampfrichter namens sehr genau) ging der Wettkampf für uns los. Schon beim Einlaufen sahen wir, dass sich da etwas am Himmel zusammenbraut. Es zogen dunkle Wolken auf. Die Windböen wurden immer stärker und nach zwei Durchgängen im Stossen wurde dann der Wettkampf unterbrochen. Vom Speaker ertönte die Durchsage, dass sofort alle Leute vom Wettkampfgelände weg im Laufzelt Schutz suchen sollten. Wir hatten glücklicherweise das Klubhaus eines Fussballclubs ganz in der Nähe der Kugelstossanlage. Kaum hatten wir die rund 100m zurückgelegt ging der Sturm so richtig los. Alles was nicht niet- und nagelfest war flog durch die Luft. In wenigen Sekunden wurde der Wettkampfplatz dermassen verwüstet, dass an eine Fortsetzung der Wettkämpfe nicht zu denken war. Bei unserem Rückmarsch vom Wettkampf- ins Festgelände zeigte sich uns das ganze Ausmass der Verwüstung. Kaum etwas stand noch an dem Ort wo es aufgebaut wurde. Überall waren Sanitäter, Feuerwehrleute und Polizisten im Einsatz. Da auch viele Zelte der Unterkunft in Mitleidenschaft gezogen wurden, beschlossen wir kurzerhand die Heimreise wieder anzutreten.
Ca. um Mitternacht wurde der Oberturner von der Wettkampfleitung orientiert, dass alle Vereine, die den Wettkampf abbrechen mussten die Möglichkeit haben, diesen am Sonntagmorgen ab 07:00 Uhr noch zu beenden.
Kurzerhand wurden alle Athleten per SMS orientiert. Per SMS musste auch eine erneute Teilnahme am Sonntag vom Verein bestätigt werden. Mit „Egli dabei“ wurde dies von Egli noch in der Nacht bestätigt.
Unser Programm sah also nun folgendermassen aus. Freitag / Samstag Ausflug gemäss Programm von Thom Merz und Sonntagmorgen die Fortsetzung des Wettkampfes.
Sonntag, 23.06.2013
Nachdem wir zwei super Teambuilding-Tage auf unserem Ausflug verbracht hatten ging es also am Sonntagmorgen nochmals mit dem Wettkampf los. Um 06:15 Uhr trafen die meisten wieder beim Klubhaus des Fussballclubs ein. Vom Kugelstossteam waren bereits alle bis auf Egli anwesend. Da dieser aber keinen Akku mehr am Handy hatte, erwähnte er bereits am Vorabend, dass er dann direkt im Sektor der Kugelstossanlage nächtigen werde. Da er sich nicht mit dem Handy wecken lassen konnte. Tatsächlich fand man ihn dann auch auf der Kugelanlage. Schön gerade unter einem schmalen Bänkli, das ihm gerade Schutz vor den paar Regentropfen gab, die in der Nacht vielen.
Mit den Kampfrichtern konnten wir es dann so drehen, dass die beiden ersten Durchgänge vom Donnerstag für die Wertung zählten und wir nur noch den dritten Stoss absolvieren mussten. Dies kam uns entgegen, da René Felder am Sonntag bereits wieder arbeiten musste und nicht mehr antreten konnte. Die 12.88m Durchschnittsweite waren ein solider Start in den Wettkampf.
Als zweiter Wettkampfteil stand Schleuderball auf dem Programm. Die Kampfrichter hatten auch hier etwas erbarmen und liessen uns mehr als nur einen Probeversuch absolvieren. Schliesslich war es Sonntagmorgen und erst kurz nach acht Uhr. Leider verzeichneten gleich drei Werfer im ersten Durchgang einen Nuller und mussten somit im zweiten Durchgang einen Sicherheitswurf hinlegen. Was dann auch gelang und wohl etlichen Druck wegnahm. Mit einer Durchschnittsweite von 47.01m und der Note 9.0 konnten in etwa die Erwartungen erfüllt werden.
Nun ging es zum letzten Teil des Wettkampfes. 4 Läufer durften 2 Runden à 400m auf dem Wiesenfeld laufen und 4 Steinstösser hatten je drei Versuche mit dem 12.5kg-Stein zu absolvieren.
Denn Läufern gelang mit einer hervorragenden Mannschaftsleistung ein Top-Resultat und die Maximalnote 10! Jeder der vier Athleten blieb unter den 2.20min, die für die Maximalnote unterboten werden musste. Unser „Jura-Express“ Nicola setzte sich ca. 150m vor dem Ziel an die Spitze und lief scheinbar lockeren Schrittes ins Ziel. Wir hoffen natürlich alle, dass „Nico“ uns auch im nächsten Jahr hilft eine tiefe Zeit und eine hohe Note zu erzielen.
Schumi warf sich in bekannter Manier als zweiter Läufer ins Ziel. Trotz Fersenprellung vom Einzelwettkampf am ersten Turnfest-Wochenende, litt sich Schumi über die 800m. Beat „der Glückliche“, der als Ersatz im Aufgebot stand, war sicherlich nicht unglücklich, dass er nicht zum Einsatz kam.
Die vier Steinstösser lösten ihre Aufgabe auch bestens. Dies obschon zwei Ersatzleute für die am Sonntag verhinderten Athleten einspringen mussten. Tom Krähenbühl verfehlte mit 9.80m die Maximalnote nur ganz knapp. Pädu Zaugg stiess sich mit 9.12m endgültig in den Kreis der etablierten Stösser des Vereins vor. Mit einer Note von 8.75 (was auch der Durchschnittsweite entspricht) halfen in diesem Jahr die Läufer den Steinstössern den Notenschnitt für den 3. Wettkampfteil etwas anzuheben.
Die errechnete Gesamtnote von 27.30 Punkten wurde bald einmal vom Wettkampfbüro per SMS bestätigt und wir konnten somit doch noch mit „Teil 2“ beginnen.
Schlussendlich erreichten wir die vorgesehene Coup-Limite des Oberturners souverän. Diese wurde am Samstag noch von 27.50 Punkten, den Umständen entsprechend, um 5% auf 26.30 Punkte herunter reduziert.
Dieses Fest wird wohl für alle von uns als Besonderheit in Erinnerung bleiben. Der Wettkampfunterbruch am Donnerstag mit Fortsetzung erst am Sonntagmorgen ist sicherlich einmalig. Da die meisten auf dem Ausflug und auch am Samstagabend auf dem Festgelände doch immer mit etwas angezogener Handbremse unterwegs waren, ging der 2. Teil schon etwas an uns vorbei.
Nach einem letzten Besuch der Festmeile und ein paar Krügen Bier ging es dann auch schon via Warteraum zum Bahnhof und ab in Richtung Bern und Emmental.
Der Oberturner bekam dann noch deutlich zu merken, dass man sich eher sein Gepäck klauen lassen darf als 12 Dosen Quöllfrisch-Bier. Dieses wurde ihm nämlich im Einstiegsgedränge von einem Oberländer Turnverein (Name dem Schreiber bekannt) entwendet und zum grossen Teil vernichtet. Die Angelegenheit konnte jedoch, wie unter Turnern üblich, friedlich geklärt werden.
Der grösste Teil des Vereins lies das Turnfest im Bären gemütlich ausklingen. Die eine oder andere Geschichte wird man sicherlich noch in Jahren erzählen und darüber lachen. Denn jeder Verein hat doch eben „seinen René“ oder „Beat den Glücklichen“.
Vielen Dank den beiden Kampfrichtern Sigi und Tom Krähenbühl, die beide auch schon am ersten Wochenende im Einsatz standen. Und vielen Dank auch den Supportern die uns vor Ort lautstark unterstützten und dafür zum Teil in aller „Herrgottsfrühe“ aufstehen mussten.
See you im 2014 am Verbandsturnfest in Roggwil (27.-29. Juni)
